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Karin Sturm

Karin Sturm

Karin begleitet nicht nur den F1-Zirkus seit Jahrzehnten, sie ist auch im DTM-Fahrerlager zuhause.
Motorsportfans kennen sie neben adrivo.com, auch durch ihre Buch-Veröffentlichungen.
Di, 31.10.2006

DTM - Kolumne - Karin Sturm

Heinz-Harald Frentzen: Glücklicher in einer anderen Serie?

Es ist vorbei: Die Ehe Frentzen-Audi wird geschieden. Der Schlusspunkt kam schneller und mit härteren Worten als gedacht.
© DTM

Motorsport-Magazin.com - Nun ist es also passiert, was spätestens am Sonntagabend in Hockenheim schon zu befürchten war. Der Riss zwischen Heinz-Harald Frentzen und Audi war nicht mehr zu kitten, die Trennung unvermeidlich. Den Schaden hat am Ende die gesamte DTM - denn dass der ehemalige Formel-1-Vizeweltmeister in den letzten beiden Jahren einer der ganz großen Publikumsmagneten für die Serie war, ist unbestritten. Das Traurige an der Sache: Trotz einiger Krisen in diesem Jahr, trotz immer wieder gehörter Trennungsgerüchte, schien bis Sonntagmittag in Hockenheim manches wieder auf dem richtigen Weg, schien gerade auch die Pole-Position beide Seiten in der Ansicht bestärkt zu haben, dass es den Versuch wert wäre, es noch einmal miteinander zu probieren, schien ein weiteres Jahr des Mönchengladbachers bei Audi durchaus noch im Bereich des Möglichen. Gerade die Zusammenarbeit mit einem neuen Renningenieur an den letzten drei Rennwochenenden hatte Frentzen anscheinend neue Perspektiven eröffnet, ihm das Gefühl gegeben, vielleicht doch noch einmal eine Basis zu bekommen, die für die Zukunft wirklich Erfolg versprach.

Tschüß HHF - der Abschied kam nicht unerwartet, aber hart. © DTM

Doch dann kamen die unglückliche Strategie und der Zwischenfall mit Mattias Ekström. Sicherlich von Audi in keiner Weise absichtlich so geplant, selbst schaden will sich schließlich keiner. Aber eben gerade mal wieder bei ihm daneben gegangen, wie schon so manches in diesem Jahr - und damit der Tropfen, der bei Frentzen das Fass zum Überlaufen brachte, im Moment tiefer Enttäuschung Emotionen überkochen ließ. Sicherlich wäre es schlauer gewesen, im ersten Ärger nicht gleich vor die Fernsehkameras zu gehen - das weiß Heinz-Harald inzwischen wahrscheinlich selbst am besten.

Aber da hatte sich halt vieles aufgestaut im Laufe eines Jahres, was dann alles auf einmal heraus brach, aus der Emotion heraus auch nicht unbedingt sehr differenziert formuliert, so dass sich auch die getroffen fühlten, die Frentzen wohl bestimmt nicht wirklich gemeint hatte. Viele seiner Mechaniker zum Beispiel, die sich am Samstag wirklich riesig über seine Pole-Position gefreut hatten... Die Probleme, ob um Strategien, um mehr oder weniger unfaire Attacken von Teamkollegen, auch um den Fakt eines nicht immer anwesenden Renningenieurs, gab es ja in erster Linie mit der Führungsetage. Und die um die Außenwirkung mit der Kommunikationsabteilung, die ihn in ein Korsett der Corporate Identity pressen wollte, das nie zu einem Typ wie Frentzen passte.

Sicher wäre es professioneller gewesen, nicht sofort nach dem Fernsehinterview ins Hotel zu verschwinden und dann am Abend auch die DTM-Gala zu schwänzen. Andererseits - menschlich verständlich ist es ja schon, in einer solchen Situation dann nicht auch noch hunderttausend Fragen beantworten zu wollen und öffentlich gute Miene zum bösen Spiel machen zu müssen. Und, einmal ganz ehrlich: So ein Drama, als das mancher Audi-Verantwortliche Frentzens Fehlen am Sonntagabend sehen wollte und das auch ziemlich laut jedem mitteilte, der es hören wollte oder nicht, war es nun auch wieder nicht...

Heinz-Harald muss demnächst woanders kochen... © DTM

Aber wenn Beziehungen gestört sind, wenn Mentalitäten einfach nicht zusammenpassen, dann wird halt alles wichtig, dann laufen auch bei denen öffentlich die Emotionen über, die das auf der anderen Seite immer kritisieren. Ob die Zusammenarbeit zwischen Frentzen und Audi wirklich dauerhaft noch eine Perspektive gehabt hätte, auch ohne die Eskalation von Hockenheim, steht deshalb auf einem anderen Blatt. Vielleicht hätte man dann zwar für 2007 weiter gemacht, nur um schon bald wieder eine für alle Beteiligten unerfreuliche Atmosphäre zu haben. Eine, in der sich dann gerade ein sensibler Fahrer wie Frentzen schwer tun muss, Top-Leistungen zu bringen.

Bleibt die Frage, wo die vielen Frentzen-Fans ihren Heinz-Harald in Zukunft bewundern dürfen. Wirklich den Helm an den Nagel hängen wollte er ja eigentlich noch nicht, dafür macht ihm das Fahren weiterhin viel zu viel Spaß. Und dass er es noch immer bestens kann, hat er ja auch bei Audi bewiesen - zumindest all denen, die ein klein bisschen genauer hinschauen. Anscheinend denkt Frentzen darüber nach, wie Juan-Pablo Montoya in Zukunft sein Glück in der NASCAR-Serie zu suchen. Ob allerdings diese eher raue amerikanische Rennwelt wirklich "sein Ding" wäre, ist eine andere Frage. Aber vielleicht überlegt sich ja mal einer der Protagonisten in der doch gerade in Deutschland so sehr um Anerkennung ringenden WTCC, ob man dort einen Heinz-Harald Frentzen nicht gut brauchen könnte. Und da, wo zwar auch große Hersteller vertreten sind, das nach außen propagierte "Markenimage" aber noch nicht ganz so sehr alles andere überlagert und den Fahrern noch mehr Raum für eigenen Charakter und Persönlichkeit gelassen wird, da wäre doch ein guter Platz für einen wie ihn, ein Platz, wo er verdammt schnell Auto fahren und dabei er selbst sein könnte...

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Leser-Kommentare (70)

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am 19. April um 22:08 Uhr
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???

Wenn man sich die Kommentare so durchliest, bekommt man das Gefühl, die DTM bestünde nur aus Frentzen-Fans, die sich alle abwenden wollen. Komisch nur, das die Präsentation in Düsseldorf so gut besucht war... Frentzen kann sicherlich besser Auto fahren als die meisten unter uns. Aber das wird vielen Rennfahrern nachgesagt. Das Audi einige komische Dinge gedreht hat, ist sicherlich traurig. Und wenn dann für einen (sensiblen) Charakterkopf wie Frentzen kein Platz mehr ist, dann muss man das hinnehmen. Aber deswegen der DTM gleich den Tod wünschen? Man kann es auch übertreiben... Es wird weitergehen. Hoffentlich lernt Audi aus den Fehlern. Immerhin bekommt auch Scheider dieses Jahr eine Chance und hoffentlich beschränkt sich Audi nicht mehr nur darauf, Christian Abt als Sternfahrer-Knockouter (teilweise im Übereifer sogar Kollateralschaden in Kauf nehmend)einzusetzen, sondern fängt endlich an, Rennsport zu bieten.
Anonymer Kommentar
am 18. April um 16:20 Uhr

HHF

Ich finde es schade das er nicht mehr in der DTM ist!!!!!!!!!!!!!!! SCHADE!!!!!!!!!!!!!!!!
Anonymer Kommentar
am 17. April um 01:45 Uhr

Saisonstart am Sonntag in Hockenheim

Und das ohne HHF,daran möchte man gar nicht denken. Selbst nach der Winterpause tut es immer noch weh.
Anonymer Kommentar
am 07. März um 12:03 Uhr
Heinz macht Urlaub vom Rennsport und zwar für immer. Ich bin doch selber auch HHF Fan, aber es gibt eine Zeit an der man schluß machen sollte und die ist auch für Heinz nun gekommen. Schade. aber that´s life. Außerdem wo soll der denn noch fahren? F1? Wohl kaum! Indy? Auch eher nicht mehr! DTM? Never! WTCC? Hm, aber in welchem Team und in 2008 ist er dann auch 1 Jahr komplett raus und dann bringt das doch auch nix mehr? LeMans? Vielleicht noch ne Option! SK
Anonymer Kommentar
am 06. März um 18:30 Uhr

Nichts neues

Hi ich stimme so ziemlich allen Schreibern hier zu ,frage mich aber wann wir als neu nicht DTM seher endlich mal wieder was von HHFrentzen hören würde mch als Fan sehr interisieren was er jetzt macht,die neue Saison beginnt bald im Rennsport und man weiß immer noch nicht was und ob was kommt....
Anonymer Kommentar
am 02. Februar um 18:52 Uhr

Frentzen

Ja es ist verdammt schade einen so guten Rennfahrer wie Ihn einfach mal so rauszuschmeißen nur weil in der heutigen Welt andere Dinge mehr zählen als Menschlichkeit und ein bisschen Geduld.Ich war früher schon Fan als er noch in der Formel1 gefahren ist und auch ein schwaches Team wie Jordan in der Konstrukteur auf Platz 3 gefahren hat was für das Team ja wohl einmalig war und auch da es nicht zu schätzen wußte was Frentzen für ein guter Fahrer ist.Ich will mal hoffen das er irgendwo wieder eine gute Rennserie findet die seine Qualitäten zu schätzen weiß und wünsche Ihm viel Glück.
Anonymer Kommentar
am 10. Januar um 23:15 Uhr
ich kanns auch immer noch nicht abhaken. Die DTM 2007 werde ich nicht mehr verfolgen.
Anonymer Kommentar
am 09. Januar um 22:21 Uhr

Monate vergehen......

und man kann es immer noch nicht begreifen. HHF ist nicht mehr dabei und noch andere Persönlichkeiten, die die DTM bereichert haben bekommen wir nicht mehr zu sehen. Es ist und bleibt schade, ich kann den Abschied auch noch nicht abhaken.
Anonymer Kommentar
am 09. Januar um 19:30 Uhr

So einen wie HHF wirds in der DTM nicht mehr geben!

Ich kann mich nur allen Vorkommentatoren anschließen . So geht man nicht mit einem F1 Fahrer um und schon garnicht mit HHF. Für mich ist die DTM gelaufen !
Anonymer Kommentar
am 25. November um 11:26 Uhr

Aufwärtstrend war deutlich

Es ist nach wie vor unbegreiflich. Einer Persönlichkeit von diesem Format hätte man auch ein bisschen Ehre erweisen müssen. Nicht jeder hat einen W.Weber und ein Team wie Ferrari zur Seite, mit fast unschlagbarem Material.Ich bin mir sicher , Frentzen hätte in einem zweiten Audijahr Top Leistungen bringen können.Allerdings nicht unter Vorraussetzungen wie Ignoranz,kein anwesender Renningeneur usw....Audi hatte einen beliebten,talentierten Fahrer.Auf so einen Fahrer sollte ein Team stolz sein. Durch sein Ausscheiden hat Audi gewaltig an Symphatie verloren.
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